SEZ – Sport- und Erholungszentrum

Bezeichnung der Liegenschaft
SEZ – Sport- und Erholungszentrum
Adresse der Liegenschaft
Landsberger Allee 77, 10249 Berlin-Friedrichshain
Eigentumsverhältnis der Liegenschaft
Das SEZ ist Eigentum des Landes Berlin.
Verkehrswert der Liegenschaft
Das SEZ wurde 2003 vom Land Berlin unter dem damaligen Finanzsenator Thilo Sarrazin für den symbolischen Preis von 1 € an den Investor Rainer Löhnitz verkauft, mit der Verpflichtung, das Schwimmbad zu betreiben. Nach jahrelangem Rechtsstreit und Nichterfüllung des Vertrages wurde das SEZ 2023 per Gerichtsentscheid für einen Euro an das Land Berlin rückübertragen. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) ist aktuell für die Entwicklung und Verwaltung der Liegenschaft zuständig.
Grundfläche in m² der Liegenschaft (BGF)
Etwa 50.000 m² Bruttogeschossfläche und das Grundstück beträgt ca 5,6 Hektar.
Vergabeverfahren/geplantes Vergabeverfahren
Aktuell: keine öffentliche Konzeptvergabe, stattdessen Re-Entwicklung und Leitung durch die landeseigene WBM im Auftrag des Landes Berlin. Es laufen Machbarkeitsstudien, Pläne für Abriss und Neubebauung (u.a. ca. 500 Wohnungen, Schule, Grünflächen) werden favorisiert. Initiativen fordern dagegen ein offenes Beteiligungs- und Konzeptverfahren
Was ist die liegenschaftspolitische Problemlage?
Sanierungsbedarf des Bestands wird von der WBM und Senatsverwaltung als zu hoch eingestuft; Gutachten betonen jedoch die bauliche Grundsubstanz und das Potenzial für eine nachhaltige Nutzung.
Der geplante Abriss widerspricht aktuellen Nachhaltigkeitszielen und dem Wunsch vieler Bürger:innen nach Erhalt und gemeinwohlorientierter Entwicklung.
Zwischenräume für Kultur und Sport, wie von zahlreichen Initiativen (u.a. „The Space – SEZ“, „SEZ für alle!“) gefordert, sind bedroht.
Es mangelt an echter Bürgerbeteiligung und Transparenz, Maßnahmen wie Ausschluss der Zwischennutzenden und beschleunigte Abrissvorbereitungen werden kritisiert.
Der Bestand ist durch Artenschutz (Fledermäuse) und CO2-Bilanz ökologisch schützenswert.
Was ist die liegenschaftspolitische Forderung?
Stopp aller Abrissmaßnahmen (Moratorium).
Offener Beteiligungsprozess über die Zukunft des SEZ.
Prüfung und Umsetzung der nachhaltigen Sanierung und Nutzung des bestehenden Bestands als gemeinwohlorientiertes Stadtteilzentrum für Sport, Kultur, Bildung und soziale Angebote.
Sicherung von dauerhaft zugänglichen, inklusiven und sozialen Räumen, wozu sich das SEZ gut eignen kann.
Gesetzlicher Bestandsschutz für baulich und gesellschaftlich relevante Gebäude sowie Modellprojekte wie das SEZ.
Vorgeschlagenes weiteres Vorgehen
Durchführung eines breiten, öffentlichen Beteiligungsprozesses.
Prüfauftrag zur nachhaltigen Sanierung und Sicherung des Bestands.
Klärung rechtlicher und ökologischer Rahmenbedingungen für Sanierung statt Abriss.
Überprüfung der Planungs- und Förderlandschaft durch Land und Bund.
Aktive Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure und lokaler Initiativen.
Einreichung und Präsentation durch
Jessica Saunders und Patrik Classen (The Space – SEZ), Carl Waßmuth (Gemeingut in BürgerInnenhand), Initiative „SEZ für alle!“ am 41. Runden Tisch Liegenschaftspolitik am 21.03.2025
